Commander ist das beliebteste Mehrspieler-Format von Magic: The Gathering. Statt eins gegen eins spielt ihr zu dritt, zu viert oder zu fünft – jeder gegen jeden. Jedes Deck wird von einer legendären Karte angeführt, deinem Commander. Dieser Guide erklärt dir die Grundregeln Schritt für Schritt, damit du deine erste Partie entspannt angehen kannst.
1. Was ist Commander?
In Commander baut jeder Spieler ein Deck mit genau 100 Karten: 99 Karten plus seinen Commander. Gespielt wird frei für alle („free for all“) – typischerweise zu viert. Partien dauern länger als im Eins-gegen-eins und leben von großen Momenten, Bündnissen am Tisch und kreativen Decks.
2. Dein Commander
Dein Commander ist in aller Regel eine legendäre Kreatur. Laut der offiziellen Formatbeschreibung von Wizards of the Coast kommen auch bestimmte legendäre Artefakte infrage – ein Beispiel ist das Raumschiff Hearthhull, the Worldseed. Der Commander bestimmt zwei Dinge:
- Die Farben deines Decks: Jede Karte im Deck darf nur Manasymbole verwenden, die auch auf deinem Commander vorkommen. Diese Regel heißt Farbidentität.
- Die Spielidee: Die meisten Decks sind um die Fähigkeiten ihres Commanders herum gebaut – etwa Goblin-Spielsteine bei Krenko, Mob Boss oder Engel bei Giada, Font of Hope.
3. Der Deckbau in Kürze
- 100 Karten – 99 Karten im Deck plus dein Commander.
- Jede Karte nur einmal – mit Ausnahme der Standardländer (Plains, Island, Swamp, Mountain, Forest).
- Nur Karten in den Farben deines Commanders (Farbidentität, siehe oben).
- Keine gebannten Karten – Wizards of the Coast führt dafür eine offizielle Bannliste.
4. So beginnt eine Partie
- Jeder Spieler startet mit 40 Lebenspunkten (statt 20).
- Zu Beginn legt jeder seinen Commander offen in die Kommandozone – einen eigenen Bereich neben dem Spielfeld.
- Jeder zieht sieben Karten. Gefällt dir die Hand nicht, darfst du einen Mulligan nehmen. In Mehrspieler-Partien ist der erste Mulligan kostenlos: Du ziehst wieder sieben Karten und musst für diesen ersten Mulligan keine Karte unter deine Bibliothek legen (Comprehensive Rules 103.5c).
5. Den Commander ausspielen – die Commander-Steuer
Deinen Commander kannst du jederzeit aus der Kommandozone wirken, wenn du ihn auch aus der Hand wirken dürftest – du zahlst einfach seine Manakosten. Für jedes Mal, das du ihn in dieser Partie bereits aus der Kommandozone gewirkt hast, kostet er zwei Mana mehr. Diese Erhöhung nennt man Commander-Steuer.
Beispiel: Krenko, Mob Boss kostet vier Mana. Beim ersten Mal zahlst du 4, beim zweiten Mal 6, beim dritten Mal 8.
6. Wenn dein Commander das Spielfeld verlässt
Würde dein Commander in deine Bibliothek, auf deine Hand, in deinen Friedhof oder ins Exil gelegt werden, darfst du ihn stattdessen in die Kommandozone zurücklegen. Von dort kannst du ihn später erneut wirken – dann mit Commander-Steuer. Du verlierst deinen Commander also nicht so leicht, aber jede Rückkehr wird teurer.
7. Wie gewinnt man?
Gewonnen hat, wer als Letzter übrig bleibt. Ein Spieler verliert unter anderem, wenn
- seine Lebenspunkte auf 0 oder weniger fallen,
- er im Lauf der Partie 21 oder mehr Kampfschaden vom selben Commander erhalten hat (Commander-Schaden) – unabhängig von seinen Lebenspunkten,
- er eine Karte ziehen müsste, seine Bibliothek aber leer ist,
- er zehn oder mehr Giftmarken hat.
Tipp: Notiert den Commander-Schaden für jeden Commander getrennt – besonders gegen große Commander mit Fliegend oder Trampelschaden ist er schnell erreicht.
8. Tipps für deine erste Partie
- Behalte eine spielbare Hand: drei bis vier Länder und ein, zwei frühe Spielzüge sind ein guter Start. Dank des kostenlosen ersten Mulligans darfst du eine schwache Hand ruhig zurückgeben.
- Greife nicht blind an: Wer früh alle angreift, wird schnell zum gemeinsamen Gegner. Schau, wer gerade am gefährlichsten ist.
- Spare Entfernung für echte Bedrohungen: Gezielte Entfernung ist begrenzt – nutze sie gegen Karten, die die Partie entscheiden würden.
- Rede mit deinem Tisch: Commander ist ein soziales Format. Absprachen, Bündnisse auf Zeit und offene Fragen gehören dazu.
9. Spielstärke abstimmen – die Brackets
Damit Decks am Tisch zueinander passen, hat Wizards of the Coast ein optionales System aus fünf Stufen eingeführt: Bracket 1: Exhibition, Bracket 2: Core, Bracket 3: Upgraded, Bracket 4: Optimized und Bracket 5: cEDH. Sprecht vor der Partie kurz ab, wie stark eure Decks sind – dann haben alle mehr Spaß.
10. Begriffe nachschlagen
Dir begegnet ein Begriff wie Kommandozone, Fliegend oder Proliferieren und du bist unsicher? Im MTG-Lexikon A–Z der CardX Academy findest du die wichtigsten englischen Kartenbegriffe einfach und regelkonform auf Deutsch erklärt.
11. Dein erstes Commander-Deck
Am einfachsten startest du mit einem fertigen, spielbereiten Deck. Bei CardX findest du offizielle Commander-Decks von Wizards of the Coast sowie eigene CardX Custom Commander Decks – zum Beispiel Krenko, Mob Boss, ein einsteigerfreundliches Goblin-Deck mit eigenem Deck-Guide.
Grundlage dieses Guides sind die offizielle Commander-Formatbeschreibung von Wizards of the Coast (magic.wizards.com/en/formats/commander) und die Magic: The Gathering Comprehensive Rules (Fassung vom 25.09.2026). Maßgeblich ist immer der offizielle englische Regeltext.